Filmmuseum Düsseldorf: Die radikale Stadt – Lateinamerikanische Metropolen im Film, 03.-28.06.2017

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Filmmuseum Düsseldorf

Die radikale Stadt – Lateinamerikanische Metropolen im Film

Filmreihe im Kino Black Box vom 3. bis 28. Juni

Mexico-City, Buenos Aires, Rio de Janeiro, Caracas, Havanna, Asuncion – das sind die Stationen einer rasanten filmischen Reise durch Lateinamerika, die die Black Box vom 3. bis 28. Juni mit neun Filmen unternimmt. Der rastlose Alltag in Megacities ist das Thema vieler Klassiker, die das lateinamerikanischen Kino in jüngster Zeit hervorgebracht hat: „Amores Perros“, „City of Gods“ oder „Tropa de Elite“ feierten weltweit große Erfolge, auf Festivals, bei der Kritik und im Kino.

Die Filme reflektieren vor dem Hintergrund der überaus dynamischen, hektischen Metropolen der Region den Kampf der Bewohner ums Überleben, ihre Suche nach Identität und Wurzeln, ihre Konfrontation mit undurchschaubarer Staatswillkür und zunehmender Gewalt. So verschieden die Städte sein mögen, sie kämpfen mit denselben Problemen. Durch die Industrialisierung setzte seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine massenhafte Landflucht ein, wodurch die Städte unkontrolliert wuchsen. Sie wurden zu Wirtschaftsmotoren, doch bald entwickelte sich eine Ungleichheit der Wohnverhältnisse (Gated Communities vs. Slums), hohe Kriminalität, Korruption und Luftverschmutzung.

„Amores Perros“ (Mexico-City), „City of God“ und „Tropa de Elite“ (beide Rio de Janeiro) ziehen den Zuschauer vor allem durch die realistische, oft drastische Schilderung des Großstadtlebens in ihren Bann und haben fast dokumentarische Anmutung. Für „City of God“ wurden Laien engagiert, die tatsächlich Slumbewohner sind, bei den Vorbereitungen zu „Tropa de Elite“ berieten Ex-Polizisten, die in Spezialkommandos tätig waren. „Conducta“ (Havanna) und „Pelo Malo“ (Caracas) stellen jeweils eine jugendliche Hauptfigur in den Mittelpunkt, die sich gegenüber einer feindseligen, korrupten Gesellschaft erwehren muss und tragen stark sozialkritische Züge. „Night Market“ (Asuncion) und „Nicotina“ (Mexico-City) sind klassische, spannende Kriminalfilme, die den Außenraum der pulsierenden Städte stark in die Handlung einbeziehen. „Sur“ begleitet einen ehemaligen politischen Gefangenen eine Nacht lang bei einem Streifzug durch Buenos Aires. „Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires“ ist eine Liebesgeschichte und zugleich Hommage an die Metropole. Das grundsätzliche Risiko, Filme in lateinamerikanischen Großstädten zu drehen, fasst der Regisseur von „Amores Perros“, Alejandro Gonzalez Inarritu, lapidar zusammen: „Viele Regisseure haben Angst, in Mexico-City Filme zu drehen, deshalb sind die Schauplätze vieler mexikanischer Filme ländliche Gegenden, oder die Handlung wird einfach in die Vergangenheit gelegt.“

Termine:
Nicotina (MEX 2003)
3. Juni 19 Uhr und 10. Juni 19 Uhr

Amores Perros (MEX 2000)
3. Juni 21 Uhr und 16. Juni 21.15 Uhr
In der Pause zwischen den beiden mexikanischen Filmen am 3. Juni werden Margaritas und Taco-Chips gereicht

Tropa de Elite (BRA 2008)
4. Juni 20 Uhr und 17. Juni 21 Uhr

Night Market – Tödliche Fracht (PAR 2012)
7. Juni 20 Uhr

Pelo Malo (VEN 2013)
9. Juni, 19 Uhr

City of God (BRA 2008)
10. Juni 21 Uhr und 18. Juni 20 Uhr

Conducta (CUB 2014)
11. Juni 17 Uhr
Nach dem Film Conducta am 11. Juni spielt im Foyer des Filmmuseums die kubanische Band „Grupo Seis del Son“, außerdem gibt es kubanische Snacks zu günstigen Preisen.

Sur (ARG 1987)
16. Juni 19 Uhr

Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires (ARG 2001)
28. Juni, 20 Uhr

Telefonische Voranmeldung zu den Filmen wird empfohlen unter  der Rufnummer 0211-8992232.

Filmmuseum Düsseldorf
Text: Meissner, Valentina

Bildquelle:

  • Filmmuseum Düsseldorf / Black Box: carlstadt.de

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