Hetjens – Deutsches Keramikmuseum „Liebe mich wie ich dich – Botschaften auf Keramik“, bis 04.03.2018

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Hetjens – Deutsches Keramikmuseum

„Liebe mich wie ich dich – Botschaften auf Keramik“

Vom 16. November bis zum 4. März 2018 präsentiert das Museum Keramiken aus 5.000 Jahren, die Botschaften tragen

Keramik dient seit Jahrtausenden als Schriftträger. Sie überliefert unter anderem die Keilschrift, Hieroglyphen und verschiedene Alphabetschriften. Dadurch wird sie zum Träger von Botschaften aus der Vergangenheit und übermittelt Schutzformeln, Lobpreisungen, Bestellungen und Freundschaftsschwüre. Vom 16. November 2017 bis zum 4. März 2018 präsentiert das Hetjens – Deutsches Keramikmuseum unter dem Titel „Liebe mich wie ich dich – Botschaften auf Keramik“ Keramiken aus 5.000 Jahren, die Botschaften tragen und den Betrachter an der Vergangenheit teilhaben lassen.

Das sumerische Epos „Enmerkar und der Herr von Aratta“ berichtet über den Konflikt des Königs von Aratta und Enmerkar, dem mythischen Großvater von Gilgamesch und Herrscher über die Stadt Uruk. Enmerkar war außerdem – laut dem Epos – der erste Mensch der Ton als Schriftträger nutzte. Diese Überlieferung ist nicht weit entfernt von der Wahrheit. Älteste Schriftfunde stammen aus der Stadt Uruk, werden um 3300 v. Chr. datiert und wurden auf Ton geschrieben. Diese sogenannte Keilschrift gilt deshalb als älteste Schrift der Welt. Die frühesten Botschaften waren nicht etwa Liebesnachrichten oder Gedichte und Geschichten, sondern schlichte Wirtschaftsnotizen, die den Handel erleichtern sollten. Fast zeitgleich wie die Keilschrift in Mesopotamien, entstanden in Ägypten die Hieroglyphen, die sich weniger auf Keramik, dafür aber auf vielen Steinmonumenten finden. Beide Schriften entwickelten sich unabhängig voneinander in ihren Gebieten – ebenso wie die chinesische Schrift im 2. Jahrtausend v. Chr. in Asien und die Maya-Glyphen im 1. Jahrhundert v. Chr. in Mittelamerika.

Alle vier Schriften sind in der Ausstellung durch Exponate vertreten, denn auf ihnen basieren auch alle anderen  – so auch das Alphabet. Ein Uralphabet entwickelte sich im 2. Jahrtausend v. Chr. im Nahen Osten. Dass es sich schnell und in sämtliche Teile Europas und Nordafrikas verbreiten konnte, ist wohl dem phönizischen Handelsvolk zu verdanken. So erlangten auch die Griechen das Wissen um das Alphabet. Neben Weihungen und Trinksprüchen sind auf griechischen Gefäßen Inschriften vertreten, mit denen die Schönheit der Jünglinge gerühmt wurde. Von Griechenland über Etrurien wurde das Alphabet an die Römer weitergegeben und damit die Grundlage für eine Schrift geschaffen, die selbst nach Jahrhunderten noch von einem Großteil der Bevölkerung benutzt wird. Dies zeigen auch die Keramikinschriften. Religiöse Sprüche auf Steinzeug des Mittelalters zeugen von der Frömmigkeit der Menschen, und Inschriften auf Apothekergefäßen der Renaissance verhindern die Weitergabe der falschen Medikamente. Ab dem 18. Jahrhundert belegen Inschriften auf kleinen Porzellantassen, wie wichtig die Freundschaft zur Zeit des Biedermeiers war.

Ob Liebesbotschaften, Trinksprüche oder religiöse Zitate – Keramik wurde als Schriftträger seit Jahrtausenden genutzt und ist für Wissenschaftler von unschätzbarem Wert. Durch sie sind wir in der Lage, Botschaften aus der Vergangenheit zu lesen.

Die Ausstellung gibt mit Objekten aus 5.000 Jahren einen Überblick zur Entwicklung der Schrift, zur Aussage der Inschriften und zur bis heute ungebrochenen Bedeutung der Keramik als Schriftträger.

Anlässlich der Ausstellung inszeniert Dr. Wilko Beckmann zusätzlich einen Tisch mit dem französischen Service „Histoire Romaine“ (um 1810), das Szenen aus dem klassischen Altertum zeigt.

Text: Meissner, Valentina
Landeshauptstadt Düsseldorf

Bildquelle:

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