U-Bahn auch für die Carlstadt: In gut achtjähriger Bauzeit entstand die Wehrhahn – Linie

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Mit dem Bau der 3,4 Kilometer langen Wehrhahn-Linie komplettiert die Stadt Düsseldorf ihr innerstädtisches U-Bahn-Netz und schafft eine deutliche Verbesserung ihres ÖPNV-Angebotes. Die Strecke führt von Osten kommend hinter dem Verknüpfungspunkt mit dem S-Bahnhof Wehrhahn unter die Erde. Neben den beiden oberirdischen Haltepunkten Wehrhahn S und Bilk S sind sechs unterirdische Bahnhöfe gebaut worden: Pempelforter Straße, Schadowstraße, Heinrich-Heine-Allee, Benrather Straße, Graf-Adolf-Platz und Kirchplatz.Die neue U-Bahn-Strecke kostete 843,6 Millionen Euro.

Am Bahnhof Heinrich-Heine-Allee entstand ein neuer zentraler Verknüpfungspunkt. Er wurde unter dem schon bestehenden Bahnhof mit dem gleichen Namen gebaut und schafft die Verbindung zum vorhandenen U-Bahn-Netz.

Der Bau der Wehrhahn-Linie vereinte verschiedenste Baumethoden und stellte an die beteiligten Ingenieure und Unternehmen besondere Anforderungen. So musste an der Königsallee das große Kaufhof-Gebäude unterfahren werden. Dazu war unter dem Gebäude ein Eispanzer aufgefroren worden, in dessen Schutz der Tunnel an dieser Stelle „aufgefahren“ werden konnte.

Lange bestimmten die Arbeiten an den bis zu 40 Meter in die Tiefe reichenden Schlitzwänden das Bild beim Bau der Wehrhahn-Linie. Sie wurden maßgeblich in den Bereichen der unterirdischen Bahnhöfe sowie an den Start-und Zielschächten für die Tunnelbohrmaschine benötigt.Ein weiteres Kapitel waren die umfangreichen Leitungsverlegungen. Trassen für Fernwärme, Kanäle, Gas, Wasser, Strom und ungezählte Leitungen für die Kommunikationstechnik mussten überwiegend in provisorische Achsen und später wieder an den endgütigen Platz zurückverlegt werden. Der Einsatz der Tunnelbohrmaschine, der der Name „Tuborine“ verliehen worden war, sorgte dafür, dass sich auf einem großen Teil der Strecke die Arbeiten komplett unter der Erde abspielten. In zwei Etappen legte die Maschine zwischen Bilk und der Benrather Straße sowie zwischen dem Corneliusplatz und der Kölner Straße Etappen von 1.310 und 955 Metern zurück.

Chronologie
2007: Der erste Spatenstich am 28. November 2007 am Graf-Adolf-Platz.
2008: Der Bau beginnt im großen Stil mit Leitungsverlegungen, Baufeldfreilegung und erstem Einsatz von großem Gerät.
2009: Umfangreiche Verlegearbeiten auch von Gleisen, um jederzeit den Verkehr an der Oberfläche aufrecht zu erhalten. Die Tunnelbohrmaschine kommt in Düsseldorf an. Das mächtige Schneidrad wird in Bilk in den Startschacht eingelassen.
2010: Der Tunnelbohrer („Tuborine“) ist startklar. Nach der Tunneltaufe am 1. März 2010 nimmt der 1.300 Tonnen Koloss seine Arbeit auf. Die erste Etappe führt vom Startschacht in Bilk über 1.310 Meter bis zur Benrather Straße.
2011: Zweite Etappe der Tunnelbohrmaschine über 955 Meter vom Startschacht Corneliusplatz bis zum Wehrhahn. Der Rohbau der Bahnhöfe läuft.
2012: Die Düsseldorfer erkunden beim Tag des offenen Tunnels die Röhre der Wehrhahn-Linie. Letzte Schlitzwände werden gesetzt. Die Arbeiten verlagern sich immer mehr unter die Erde.
2013: Der neue U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee entsteht im Bauverfahren durch Vereisung. Bereich U-Bahnhof Bilk S: Die Einfahrt in den Tunnel der Wehrhahn-Linie in Bilk mit ihrer geschwungenen Betonkonstruktion ist fertig.
2014:Der architektonische und künstlerische Ausbau der Bahnhöfe läuft auf Hochtouren. Ingenieure, Planer, Architekten und Künstler arbeiten bei dem Entstehen der neuen U-Bahnhöfe von Anfang an zusammen.
2015: Die Schienen im Tunnel sind verlegt. Der Testbetrieb der Bahnen kann beginnen. Ab dem 12. November 2015 läuft die Countdown-Uhr: noch 100 Tage bis zur Eröffnung.
2016: Endspurt –die Wehrhahn-Linie wird am 20. Februar 2016 offiziell eröffnet und nimmt einen Tag später ihren Regelbetrieb auf.

Manfred Blasczyk
Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf

Bildquelle:

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