Kunstausstellung im Polnischen Institut Düsseldorf: Radek Szlaga „Core Lexicon“, 31.3.-25.05.2017

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Radek Szlaga „Core Lexicon“ im Polnischen Institut Düsseldorf, 31.3.-25.05.2017

Für die Redaktion der Oxford Dictionaries war das Adjektiv „postfaktisch“ das Wort des Jahres 2016. Es bezeichnet einen Zustand, in dem nicht mehr die „Wahrheit“ zählt, sondern nur noch das, was wir für wahr halten, und in dem wir glauben, die Wirklichkeit ließe sich am besten durch Emotionen erfassen.
Auch die im Polnischen Institut in Düsseldorf versammelten Arbeiten von Radek Szlaga vermischen Fakten und Fiktionen, Wahrheiten und Vorstellungen. Ihre Bedeutung ist in der Mitte einer Skala zu suchen, deren Enden die Pole „Emotion“ und „Analyse“, „Stabilität“ und „Flüchtigkeit“ markieren.

Kunstausstellung
RADEK SZLAGA. ‚CORE LEXICON‘
Eröffnung: Freitag, 31.3.2017, 19.00 Uhr
Bis: 25.5.2017
Galerie des Polnischen Instituts Düsseldorf, Citadellstr. 7, 40213 Düsseldorf

Die Aufmerksamkeit des Künstlers richtet sich vor allem auf Moment des „Dazwischen“, auf schwer zu beschreibende Situationen irgendwo in der Mitte einer Skala von 0 bis 1. Gleichzeitig sucht Szlaga nach festen Referenzpunkten: Das sind zum einen im wörtlichen Sinn Punkte, die sich in der Bezugnahme auf konkrete Orte manifestieren, zum anderen aber auch auf den ersten Blick nicht wahrnehmbare (und erst in Serien endschlüsselbare) Verweise auf historische Traditionen und Regeln der Malerei (darunter so alte wie das architektonische Fries, die Konvention des Trompe l’oeil oder die Ikonographie).
Die im Polnischen Institut Düsseldorf gezeigten Arbeiten sind eine Fortführung von Projekten, die sich mit Figuren wie Joseph Conrad, Ted Kaczynski und deren Einfluss auf die Popkultur befassten. Bei genauerer Betrachtung der neuen Arbeiten von Radek Szlaga sehen wir, wie leicht vertraute Gestalten (und Definitionen) sich der Kontrolle entziehen – sie werden deformiert, umgeformt und durcheinandergemischt. Es zeigt sich, dass eine exakte Übersetzung von einer Sprache (auch einer malerischen) in eine andere unmöglich ist, Ungenauigkeiten sind unvermeidlich, die Spuren des Prozesses lassen sich nicht völlig verbergen.
Kuratorin: Ewa Borysiewicz

Radek Szlaga, geb. 1979 in Gliwice, studierte Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Poznań. Seine Gemälde, Plastiken und Installationen sind das Resultat eines experimentellen Zugangs zu Traditionen sowohl der amerikanischen als auch der osteuropäischen Kunst. Szlaga entlehnt häufig ikonische Motive aus der Populärkultur und fragt nach dem Wesen von Kunst im digitalen Zeitalter. Im Mittelpunkt seines Interesses steht die Erforschung der Quellen der menschlichen Identität, die sich aus persönlichen Erinnerungen sowie aus in der Geschichte des Heimatlandes speist. Szlagas Arbeiten wurden im Rahmen von Einzelausstellungen in Polen u. a. im Zentrum für Gegenwartskunst Zamek Ujazdowski, in der Galerie Foksal und in der Nationalgalerie Zachęta (alle in Warschau) sowie außerhalb Polens in Brüssel, Paris, Detroit, Den Haag, Berlin, New York, Peking, Vilnius und London gezeigt. Szlaga kooperiert mit der Galerie LETO (Warschau) und mit Harlan Levey Projects (Brüssel). Radek Szlaga lebt und arbeitet in Warschau und Detroit.

Galerie des Polnischen Instituts Düsseldorf, Citadellstr. 7, 40213 Düsseldorf
Tel. 0211/ 8 66 96-0, Fax. 0211/ 8 66 96-20, www.polnisches-institut.de
Öffnungszeiten: Di.-Mi. 11-19 Uhr, Do.-Fr. 11-16 Uhr.

Bildquelle:

  • Radek Szlaga, Highlander Woman: Radek Szlaga
  • Radek Szlaga, Ciocia Rózia, 90 x 80 cm, Öl auf Leinwand, 2016: Radel Szlaga

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