Mehr als 1.000 Objekte und Konvolute in der Schatzkammer der Schumann-Sammlung

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Mehr als 1.000 Objekte und Konvolute in der Schatzkammer der Schumann-Sammlung

Die Sammlung des Düsseldorfer Heinrich-Heine-Instituts zählt zu den bedeutendsten weltweit

Die selten und nur punktuell der Öffentlichkeit präsentierte große Schumann-Sammlung im Besitz des Heinrich-Heine-Instituts ist bedeutsam für die internationale Musikgeschichte. Zu den Kostbarkeiten der Schumann-Sammlung gehören mehr als 1.000 Objekte und Konvolute, darunter zahlreiche Handschriften (Briefe von und an Clara und Robert Schumann), originale Musikhandschriften, persönliche Erinnerungsstücke (etwa der Siegelring von Robert Schumann oder eine Brosche von Clara Schumann) sowie wertvolle Porträts. Die Sammlung des Düsseldorfer Heinrich-Heine-Instituts zählt zu den bedeutendsten weltweit.

„Ziel wäre es, die Schumann-Sammlung des Heine-Instituts mit mehr als 1.000 Objekten und Konvoluten an historischer Stätte im Schumann Haus zu präsentieren – neben original Einrichtungsgegenständen des 19. Jahrhunderts auch eine multimediale Präsentation des musikalischen Schaffens des Komponisten. Leipzig hat beispielweise mit dem Mendelssohn-Haus gezeigt, dass solche zeitgemäßen Konzepte beim Publikum großen Anklang finden“, sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

Zur musikalischen Sammlung des Heine-Instituts
Düsseldorf ist seit dem 19. Jahrhundert eine Stadt der lebendigen bürgerlichen Musikkultur. Die Musikaliensammlung im Archiv des Heinrich-Heine-Instituts spiegelt dies eindrucksvoll wider: Das musikalische Leben wird hier ebenso anschaulich dokumentiert wie die Tätigkeit der Musikdirektoren, aber auch anderer Komponisten und Musiker, die in der Stadt und der Region gelebt und gewirkt haben. Den vielleicht größten Stellenwert unter den Musikalien des Heine-Instituts nimmt die überaus kostbare Schumann-Sammlung ein. Ihre Geschichte reicht bis in die 1920er-Jahre zurück. Die Vorgängereinrichtung des Heine- Instituts, die alte Landes- und Stadtbibliothek, erhielt im Jahr 1927 erstmals ein Schumann-Original zum Geschenk. Hierbei handelt es sich um einen dreiseitigen Brief, den Robert Schumann 1853 an den Schriftsteller Heinrich Moritz Horn aus Chemnitz geschrieben hat. Mittlerweile ist die Schatzkammer der Schumann-Sammlung auf 35 eigenhändige Musikmanuskripte, Stichvorlagen, rund 180 Briefe von Robert Schumann und über 700 Briefe von Clara Schumann sowie Stücke aus dem persönlichen Besitz des Musikerehepaars angewachsen.

Heinrich Heine und Robert Schumann – von diesen beiden Geistesgrößen und ihrem Werk geht eine große Faszination aus. Durch die „Loreley“ und das „Buch der Lieder“ gilt Heinrich Heine weltweit als einer der wichtigsten Dichter der romantischen Literatur. Und der Ruhm Robert Schumanns als wegweisender Komponist der romantischen Musikepoche ist ebenfalls signifikant. Die Querverbindungen zwischen Schumann und Heine sind beachtlich: Heine ist der meistvertonte deutschsprachige Dichter überhaupt und Schumann einer der wichtigsten Komponisten von Heine-Liedern weltweit.

Historische Wohnadresse an der Bilker Straße
Im September 1850 traf der frischgebackene Musikdirektor Robert Schumann mit seiner fünfköpfigen Familie in Düsseldorf ein. Bis man eine eigene Wohnung beziehen konnte, wurde im Hotel Breidenbacher Hof logiert. Nach Zwischenstationen in der Alleestraße (Ecke Grabenstraße), Königsallee und Herzogstraße wurde zwei Jahre später in der Bilker Straße 15 endlich eine der großen Familie und der gehobenen Stellung des Musikdirektors angemessene Unterkunft gefunden. In dem Haus an der Bilker Straße 15 entstanden zahlreiche Kompositionen: so unter anderem die Violinphantasie, Märchenerzählungen, Gesänge der Frühe, Violinsonaten und der Abschluss der Faust-Szenen – beinah ein Drittel seines kompositorischen Gesamtschaffens. Das Schumann-Haus an der Bilker Straße in Düsseldorf gilt heute als die einzig noch erhaltene Wohnadresse der berühmten Musikerfamilie in historischer Bausubstanz.

Pressedienst Landeshauptstadt Düsseldorf
Text: Meissner, Valentina

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