„Reise nach Japan II: Jakub Woynarowski. Manggha und mehr.“ im Polnischen Institut Düsseldorf, 21.05.2016

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Zum ersten Mal nimmt das Polnische Institut Düsseldorf an dem Japan-Tag Düsseldorf/NRW teil. Die Ausstellung Reise nach Japan II: Kuba Woynarowski. Manggha und mehr.“ wird am Samstag, 21.Mai 2016 um 19.30 Uhr von dem Japanischen Generalkonsul in Düsseldorf Ryuta Mizuuchi eröffnet. 

Im Jahr 2010 realisierte Jakub Woynarowski das Projekt „Manggha“, gewidmet Feliks „Manggha“ Jasienski, einem der bekanntesten polnischen Sammler japanischer Kunst. Im Rahmen dieses Projekts entstanden vierzig großformatige Illustrationen, die durch Auszüge aus einigen mit spitzer Feder geschriebenen Texten des Titelhelden angereichert wurden. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung weitere Arbeiten und Zyklen Woynarowskis, die auf den Comic als Ausdrucksmittel sowie auf dessen spezifische, mitunter kontroverse und unkonventionelle Formen zurückgreifen.

Reise nach Japan II: JAKUB WOYNAROWSKI. MANGGHA UND MEHR
Vernissage: Samstag, 21.Mai, 19.30 Uhr im Rahmen des 15. Japan-Tages Düsseldorf/NRW. Der Künstler ist anwesend

JAKUB WOYNAROWSKI (geb. 1982), studierte Grafik und Intermediale Kunst an der Akademie der Schönen Künste in Krakau und lehrt dort derzeit Narratives Zeichnen.
Interdisziplinärer Künstler, Designer und freier Kurator. Woynarowski wirkt in den Bereichen Animation, Video, Objektkunst und Installation, außerdem realisiert er Specific-site-Projekte im öffentlichen Raum. Autor der Bildbände „Nietoty“ (2014) und „Martwy sezon“ (Tote Jahreszeit, 2014) sowie des Mini-Comics „Historia Ogrodów“ (Geschichte der Gärten, 2010). Außerdem Verfasser experimenteller Kurzcomics, darunter das Projekt „Hikikomori“, das 2007 mit dem Grand Prix des 18. Internationalen Comic-Festivals in Lodz ausgezeichnet wurde. 2010 erschien der Band „Manggha“, der 2011 in Warschau mit dem Grand Prix des 1. Polnischen Wettbewerbs für Ausstellungskataloge und Kunstbände ausgezeichnet wurde. Mitautor (mit Kuba Mikurda) der Bücher „Wunderkamera. Kino Terry’ego Gilliama“ (Wunderkamera. Das Kino des Terry Gilliam, 2011) und „Corpus Delicti“ (2013). Verantwortlicher für den künstlerischen Entwurf der Kunstausstellung im Polnischen Pavillon auf der 14. Internationalen Architektur-Biennale Venedig (in Zusammenarbeit mit dem Kuratorenteam des Architekturinstituts). 2015 Paszport-Preis der Wochenzeitung „Polityka“. Teilnahme an zahlreichen Ausstellung in Polen, Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, der Slowakei, Litauen Israel und Japan.

FELIKS „MANGGHA“ JASIENSKI  (geb. 1861 in Grzegorzewice, gest. 1929 in Krakau), Kunstsammler, Kunstkritiker, Mäzen, Publizist, Musikkritiker; eine außergewöhnlich interessante Persönlichkeit von hoher Intelligenz, eine besondere Gestalt unter den polnischen Kunstsammlern nicht nur seiner Zeit.
Jasienski stammte aus einer Gutsbesitzerfamilie. Er erhielt eine überaus gründliche Bildung; in Dorpat, Berlin und Paris studierte er Politische Ökonomie, Philosophie, Literatur, Kunstgeschichte und Musik. Wegen einer schweren Augenkrankheit konnte er jedoch vermutlich keines dieser Studien abschließen.
Jasienski reiste viel in Europa, Kleinasien und Ägypten. Japan – das Land, das ihn am meisten faszinierte – besuchte er aller Wahrscheinlichkeit nicht. In Paris lernte er neue Kunstströmungen kennen: Impressionismus, Neoimpressionismus und Symbolismus. Dort begegnete er auch der – in Europa damals populären – japanischen Kunst und ihren Bewunderern (unter anderem dem Kreis um Edmond de Goncourt). Indem er auf Auktionen, bei Straßen- und Antiquitätenhändlern Kunstwerke ankaufte, legte er den Grundstein für seine Sammlung östlicher und westlicher Kunst.
Am Übergang der achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts kehrte Jasienski nach Warschau zurück und beteiligte sich aktiv am geistigen und künstlerischen Leben der Stadt: Er organisierte Ausstellungen, schrieb Artikel und Rezensionen. Im Februar 1901 zeigte die Warschauer Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste (Towarzystwo Zachety Sztuk Pieknych) eine große Auswahl japanischer Kunstwerke aus seiner Sammlung. Die Ausstellung löste einen Skandal aus, Publikum und Kunstkritik reagierten mit Ablehnung. Der verbitterte Jasienski gab den Plan auf, der Zacheta seine Sammlung als Grundstein einer Nationalgalerie zu überlassen, und verließ Warschau. Nach kurzen Aufenthalten in Lemberg und Zakopane ließ er sich in Krakau nieder, wo er günstigere Bedingungen für seine Aktivitäten vorfand.
In Krakau wurde Jasienski bald zu einer wichtigen Figur des geistigen und künstlerischen Lebens. Zahlreiche mit ihm befreundete Künstler, darunter Olga Boznanska, Xawery Dunikowski, Konstanty Laszczka, Jacek Malczewski, Józef Pankiewicz, Wladyslaw Podkowinski oder Leon Wyczólkowski, malten oder zeichneten sein asketisches Gesicht und seine charakteristische Silhouette. Jasienskis Wohnung wurde zum Treffpunkt der Krakauer Kulturelite. Er pflegte seine Sammelleidenschaft weiter und sammelte Werke von Künstlern des Jungen Polen (Mloda Polska).
Im Jahr 1920 übergab Jasienski seine Sammlung der Stadt Krakau, der das Nationalmuseum organisatorisch unterstand. Die Sammlung umfasste damals 15.000 Objekte, darunter polnische Malerei und Grafik von der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts, asiatische Kunst, Möbel und andere kunsthandwerkliche Gegenstände sowie eine bedeutende Bibliothek. In diesem Zusammenhang wurde in Krakau eine nach Jasienski benannte Abteilung des Nationalmuseums eröffnet, doch wegen fehlender Räumlichkeiten blieb die Sammlung noch einige Zeit in Jasienskis Privatwohnung. Ein Jahr nach dem Tod des Sammlers wurde die Sammlung in das Haus Plac Szczepanski 9 gebracht. Gegenwärtig lagert sie im Museum Manggha.

MUSEUM DER JAPANISCHEN KUNST UND TECHNIK MANGGHA / Muzeum Sztuki i Techniki Japonskiej Manggha –  ist ein Museum in Krakau. Seit dem 1. Dezember 2004 ist es eine selbständige Kulturanstalt, vorher war es eine Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums.
Im Jahr 1920 erhielt das Nationalmuseum Krakau vom Kunstsammler Feliks „Manggha“ Jasienski seine Sammlung von etwa 6.500 japanischen Kunstgegenständen.
Er stellte nur eine Bedingung: Die Sammlung sollte dem Publikum zugänglich sein und als ein unzertrennbares Ganzes bleiben. Jasienski wurde ehrenamtlicher Direktor der Sammlung. Trotzdem blieben die Kunstwerke seit dem Tode Mangghas 1929 lang in Kisten verpackt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Sammlung von den Behörden des Generalgouvernements beschlagnahmt und 1944 in den Krakauer Tuchhallen ausgestellt.
Damals erblickte sie der achtzehnjährige, zukünftige Filmregisseur Andrzej Wajda. Das war der Anfang seiner lebenslangen Bezauberung. Als Andrzej Wajda 1987 den Kyoto-Filmpreis der Inamori-Foundation erhielt, beschloss er die Summe zur Errichtung eines Museums für japanische Kunst in Krakau zu stiften, um dort die Feliks-Jasienski-Sammlung ausstellen zu können.
Das Bauvorhaben wurde von der japanischen Regierung sowie von der Krakauer Kyoto-Krakau-Stiftung unterstützt. Sogar die japanische Eisenbahnergewerkschaft spendete eine Million Dollar. Den Entwurf lieferte unentgeltlich der japanische Architekt Arata Isozaki.
Das Manggha-Museum wurde am 30. November 1994 feierlich eröffnet.
Neben der Ausstellung der Feliks-Jasienski-Sammlung bietet das Museum Raum für verschiedene Veranstaltungen wie japanische Sprachkurse, Ikebana-Ausstellungen und Teezeremonien. Ebenso hat dort die Bonsai-Gesellschaft ihren Sitz erhalten.
Am 11. Juli 2002 kam der japanische Kaiser Akihito mit seiner Gemahlin, der Kaiserin Michiko zu Besuch.

Galerie des Polnischen Instituts Düsseldorf, Citadellstr. 7, 40213 Düsseldorf
Tel. 0211/ 8 66 96-0, Fax. 0211/ 8 66 96-20, www.polnisches-institut.de
Öffnungszeiten: Di.-Mi. 11-19 Uhr, Do.-Fr. 11-16 Uhr.
Dauer der Ausstellung: 24.05.- 29.07.2016
Kuratorin: Anna Król, Museum Manggha in Krakau
Koordination: Monika Kumiega, Polnisches Institut Düsseldorf
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Museum der Japanischen Kunst und
Technik Manggha in Krakau vorbereitet.

Weitere Informationen: 
Monika Kumiega, Polnisches Institut Düsseldorf, Tel. 0211 – 8 66 96-23, E-Mail: monika.kumiega@instytutpolski.org

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